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Na, da hat es wohl etwas gerappelt im Karton!

03.12.2018

...und mit Karton meine ich tatsächlich die wohl flachste Turnhalle der Welt - in Lindow.
Ich glaube, selbst wenn man die Halle nur als Umkleidekabine für die Max Schmeling Halle nutzen würde, wär sie zu niedrig, da sich die BR Volleys beim Betreten ständig den Kopf am Dachfirst stoßen würden. Aber bei uns in der Liga sind ja eh alle mehr dick als lang, von daher dann doch in Ordnung. Pils sei Dank.
Wie dem auch sei, kommen wir nun zum ersten Spiel des Tages gegen den VC Blau-Weiß Brandenburg lll.
Hier lässt sich leider nicht viel zu sagen, außer, dass sich Brandenburg viel zu oft lieber selbst im Weg stand als uns etwas entgegen zu setzen.
Ziemlich ungewohnt, mal nicht das Team mit der höchsten Eigenfehlerquote auf dem Feld zu sein.
Die Ballwechsel waren eher von kurzer Natur und auch sonst lag zumindest in den ersten zwei Sätzen nicht viel Spannung in der Luft. Der erste Satz geht mit 25:8, der Zweite mit 25:13 an uns. Klar, dass es schwer sein würde den dritten Satz auf diesem unglaublich hohen Niveau weiter durchzuhalten. Also beschlossen wir erstmal die Sparflamme anstelle des Knallers zu zünden. Brandenburg hatte das aber von langer Hand geplant, denn jetzt griffen sie auf einmal an – und wir standen nur noch hilflos da wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Diese ausgeklügelte Strategie, gepaart mit der weniger pantherhaften Agilität auf kremmener Seite, brachte uns dann doch ins Straucheln.
Als es dann „plötzlich“ (eigentlich geschah bei diesem Spiel nichts „plötzlich“) auch noch 26:27 gegen uns stand, war vermutlich auch der letzte aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und wir konnten das Ding mit Glück (denn mit Können hatte das ab da an nichts mehr zu tun) noch drehen. 29:27 für uns und drei Punkte auf’s Konto.
Alles in Allem hat das Spiel gerade mal eine Stunde gedauert. Somit konnten wir uns dann pünktlich zur Mittagszeit um 12 Uhr ne Knacker und ein paar Pfannkuchen vom leckeren Buffet reinzimmern. Nur ein leichter Snack, da ja noch das Spiel gegen Lindow anstand.

Doch erstmal durfte der Gastgeber gegen Brandenburg in den Ring. Diese hatten gerade aus dem letzten Satz gegen uns neuen Mut gefasst und machten es Lindow zeitweilig dann doch gar nicht so leicht. Aber Lindow wäre nicht Lindow, wenn die abgebrühten Spritzer den Brandenburgern am Ende nicht doch Einhalt gebieten würden. 3:0 Lindow.

Als drittes Spiel nun also die Begegnung mit den Gästen. 12 Männer eingepfercht in einem Schuhkarton. Bei jedem Sprung musst du Angst haben, mit deinem Kopf gegen die Decke zu knallen. Es war kuschelig.
Ab dem ersten Moment hat man sofort die Anspannung gemerkt. Beide Teams wollten heute mit 6 Punkten nach Hause gehen und niemand war bereit, so früh vor Weihnachten Geschenke zu verteilen. Die Aufschläge waren auf beiden Seiten ab der ersten Sekunde druckvoll und es wurde nach jedem Ball gekratzt.
Lange Ballwechsel in einem sehr schnellen Spiel verlangten auf beiden Seiten maximale Körner. Am Ende waren es Kleinigkeiten, die den Unterschied auszumachen vermochten.
So konnten wir uns zu Beginn einen leichten Vorsprung erarbeiten und drängten dem Gegner allmählich unser Spiel auf, das jedoch der gegnerische Coach sofort verstand zu unterbinden. Auszeit bei 7:10 aus Sicht der Gastgeber. Durchatmen, denn dieses Spielniveau unterschied sich deutlich von dem des ersten Spiels. Und jeder weiß, dass Kremmen nicht für seine Ausdauer bekannt ist. Die halbe Banane nach dem Mittagessen lag außerdem noch schwer im Magen. Ich wusste, die hätte ich lieber weglassen sollen.
Irgendwie, und nur Fortuna weiß wie, konnten wir nach der Auszeit an unsere Leistung weiter anknüpfen und so den leichten Abstand von zwei bis drei Punkten aufrechterhalten. Am Ende wurde es nochmal kurz eng, sodass wir eine Auszeit bei 24:23 nahmen. Den obersten Knopf der Hose geöffnet, T-Shirt drüber und schon war’s nichtmehr so eng und wir konnten den Satz zum 25:23 klären.
Der zweite Satz startete ähnlich motiviert. Durch eine starke Aufschlagserie von Patrick, unserem kleinsten, gelang es uns wieder zu Beginn eine kleine Komfortzone rauszuarbeiten, die es uns dann auch mal erlaubte, hier und da etwas zu schlampen, ohne gleich den Satz abgeben zu müssen. Es gelang auch hier, sich auf das Spiel des Gegners einzustellen und keine Schwächephase zu zulassen…und solange unser Sechs-Mann-Sauerstoffzelt in den Auszeiten voll betankt war, konnten wir auch das Tempo weiter oben halten. Zum Ende verließ Lindow etwas die Konzentration, sodass uns hier der zweite Satz mit einem 25:20 quasi überreicht wurde. Zu diesem Zeitpunkt dauerte das Spiel bereits genauso solange wie das gesamte Spiel gegen Brandenburg, nur um mal zu verdeutlichen, welche Länge hier manche Ballwechsel haben mussten…oder im ersten Spiele eben nicht. Ansichtssache.
Im dritten Satz begann dann endlich die Crunchtime! Das schnelle Spiel und die langen Ballwechsel zollten allmählich Ihren Tribut und das Spiel wurde anfällig für Fehler. Zumindest bei Lindow – wir waren noch frisch und agil wie ein junges Reh – von Anstrengung keine Spur. Das muss Lindow so gewurmt haben, dass sie ihr Spielsystem umstellten. Das haben wir natürlich sofort erkannt, weshalb es auch purer Zufall war, dass wir zunächst zurücklagen und der Trainer erstmal bei 7:9 eine Auszeit nahm. Kurze Absprache, Kräfte sammeln, die Lungenflügel nach der kurzen Starkhustenattacke wieder einsammeln und ab auf’s Feld. Die Pause hatte geholfen uns zurück ins Spiel zu zaubern, da v.a. unsere Blockarbeit immer genauer wurde. Die Tränen in den Augen der gegnerischen Angreifer verrieten, an dem Block kommt nichts vorbei.
Unser Block war so gewaltig, dass die restlichen Kremmenjungs nach dem Spiel an chronischer Unterpigmentierung litten, da sämtliches Sonnenlicht verdeckt wurde – nichts, was ein Pils nach dem Spiel nicht wieder richten könnte, dennoch unschön anzusehen.
Und eben dieser Block, der mit den Fingerspitzen an der Decke quasi eine neue Begrifflichkeit von „Mauer“ erfand, führte uns letztlich zum Sieg.
Mit 25:22 holen wir den letzten Satz und damit drei Punkte nach Hause.

Es spielten: alle, bis auf drei.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Na, da hat es wohl etwas gerappelt im Karton!